10Nov/08

Nach langer Durststrecke siegt der TSV wieder

Knappe vier Minuten vor Ende der Partie zwischen TSV Heiningen und dem TSV Urach am vergangenen Sonntag ging es aeusserst dramatisch zu: Beim Spielstand von 23:23 verwehrten die Unparteiischen den Uracherinnen einen berechtigten 7m-Strafwurf, stattdessen handelte sich die Mannschaft eine doppelte Zeitstrafe ein und hatte somit extrem schlechte Karten fuer einen positiven Spielausgang. Normalerweise laesst eine Heimmannschaft in so einem Fall nichts anbrennen. Aber diesmal sollte es anders kommen. Die Uracherinnen mobilisierten alle Kraefte, zeigten in dieser nervenaufreibenden Schlussphase eine hervorragende Mannschaftsleistung und trafen im Gegensatz zu Heiningen noch zweimal. Die Teams trennten sich beim 25:23 Endstand.

Urach begann sehr verunsichert und geriet prompt mit 1:5 in Rueckstand. Der Mannschaft war der Druck, endlich wieder fuer ein Erfolgserlebnis zu sorgen, stark anzumerken. Sie spielte zu hektisch, zu unueberlegt, war insgesamt sehr nervoes. Es unterliefen ihr etliche Fehler, die Heiningen geschickt fuer sich nuetzen konnte. Hinzu kam, dass Anne Ebinger nach einer Viertelstunde wegen Kreislaufbeschwerden ausgewechselt werden musste. Diese schwache Anfangsphase beendete die Torhueterin Lisa Voehringer: Sie hielt souveraen zwei gegnerische Strafwuerfe und gab ihrer Mannschaft damit die noetige Sicherheit. Urach fing sich wieder und begann aufzuholen. Nachdem der 6:6 Ausgleichstreffer gefallen war, drehten die Uracherinnen den Spiess um und gingen selbst in Fuehrung, die sie ueber 10:8 und 12:9 ausbauen und bis zum Pausenstand von 13:10 halten konnten.

Symptomatisch fuer Urach, dass nach Wiederanpfiff kaum etwas gelingen wollte. Wie schon so oft in dieser Saison liess man den Gegner schoen wieder herankommen und schliesslich auch noch den Ausgleich zu 15:15 erzielen. Weitgehend lag es daran, dass man vorne zu ueberhastet agierte und zu schnell den Abschluss suchte, anstatt clever die bequeme Fuehrung zu verwalten und sichere Treffer aus dem Spiel heraus zu erzielen. Zum anderen tat sich die Uracher Defensive schwer mit dem etwas ungewoehnlichen Angriffsspiel des TSV aus Heiningen. Sie lies sich zu weit herauslocken, weil die Heiningerinnen bereits etwa 13 Meter vor dem Uracher Kasten ihr Spiel aufzogen. Diese Spielweise verleitet die Abwehr unter anderem zur Passivitaet und lullt ein, weil lange scheinbar nichts geschieht. Wird dann ploetzlich das Tempo erhoeht, ist es fuer eine effektive Reaktion der Abwehr oft zu spaet. Letztlich kamen die Uracherinnen jedoch mit der gegnerischen Spielweise klar und gingen in der 45. Minute mit 18:16 erneut in Fuehrung. Den Vorsprung von zwei Toren konnten sie bis zum 21:19 Zwischenstand halten, dann wurde Heiningen wieder staerker, und machte Druck. Trainer Holger Graf reagierte umgehend und stellte sein Team grundlegend um. Insbesondere Patricia Klein drehte nach dieser taktischen aenderung maechtig auf und bewies durch kluge Paesse und schoene Einzelaktionen, wie wertvoll sie fuer die Mannschaft ist. Dennoch gelang Heiningen in der eigenen Halle der Ausgleich zum 23:23.

Die Schlussphase gestaltete sich hoch dramatisch. Anne Ebinger, die ihre Mannschaft durch 3 wichtige Treffer im Spiel hielt, musste kurz vor Schluss wegen einer doppelten Zeitstrafe das Spielfeld verlassen, aber Urach zeigte Moral, liess kein Gegentor mehr zu und erzielte in Unterzahl selbst noch zwei Treffer. Am Ende feierte die Mannschaft lange und ausgelassen ihren Auswaertssieg (25:23), der sie fuer den weiteren Saisonverlauf bestimmt wieder zuversichtlich stimmt und befreiter aufspielen laesst.

Es spielten: Voehringer, Eisenschmid, Schuster (2), Bastien, Muckenfuss (12/2), Richter, Ebinger (5), Salzer, Baltrock (3), Klein (1), Fazliju (2)

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