1Feb/13

Bericht aus dem Generalanzeiger..

Handball - Die Trainer Hansi Högl bei den Frauen und Rudolf Porstendörfer bei den Männern hören am Saisonende auf. Einige Spielerinnen denken ans Aufhören

TSV Urach am Scheideweg

VON MANFRED KRETSCHMER

BAD URACH. Am Saisonende ist Schluss. Hansi Högl hört als Trainer der Württembergliga-Handballerinnen des TSV Urach auf, Rudolf Porstendörfer räumt seinen Stuhl als Coach der in der Kreisliga A um Punkte kämpfenden Männer des Turn- und Sportvereins. »Die Gespräche mit Trainer-Kandidaten laufen«, erklärte Abteilungsleiter Oliver Strobel.

Der Handball in der Bäderstadt steht am Scheideweg. Die in den vergangenen Jahren zum Aushängeschild des Klubs aufgestiegene Frauen-Mannschaft, die vergangene Saison nur haarscharf am Aufstieg in die Oberliga vorbeischrammte, wurde in dieser Saison vom Verletzungspech gebeutelt und steht laut Pressesprecher Christoph Lanfermann vor einem »großen Umbruch«. Nicht nur Trainer Högl (»mir ist es einfach zuviel«), der dem Verein als Jugendcoach erhalten bleibt, steht nicht mehr zur Verfügung. Auch einige Spielerinnen wollen kürzertreten. Patricia Klein (Kreuzbandriss) denke »ans Aufhören«, so Strobel, Steffi Metzger muss wegen einer Schulterverletzung den Handball zur Seite legen und Julia Högl (Knorpelschaden im Knie) ist eine Wackelkandidatin.

Um weiterhin in der Württembergliga eine ordentliche Rolle spielen zu können, müssten Verstärkungen her. Ohne Geld ist das im Frauenbereich leichter gesagt als getan. Den gesunden Weg mit eigenen Talenten haben die Uracher bereits eingeschlagen. Mit Torhüterin Annika Schwenkschuster und Fabiana Klein mischen zwei B-Jugendliche sowie mit Lena Muckenfuß eine A-Jugendakteurin bereits in der ersten Mannschaft mit. Mehr Talente, die im württembergischen Oberhaus Akzente setzen könnten, gibt es in den eigenen Reihen nicht.

Während die Uracher Frauen mit ihrer Zugehörigkeit zur Württembergliga für ehrgeizige Spielerinnen eine gute Adresse sind, sieht es bei den Männern zappenduster aus. In der Saison 2004/05 stiegen die Kurstädter aus der Verbandsliga ab, in der Spielzeit 2005/05 ging es aus der Landesliga runter, in der Runde 2009/10 musste der TSV in der Bezirksliga Esslingen-Teck in den sauren Abstiegsapfel beißen, ein Jahr später folgte der Abstieg aus der Bezirksklasse. Vergangene Saison sprang in der Kreisliga A der siebte Platz heraus, zurzeit nimmt das Porstendörfer-Team in dem Zehner-Feld mit 8:12 Punkten den achten Rang ein. Abteilungsleiter Strobel präsentiert sich trotz dieser Talfahrt angriffslustig: »Unser mittelfristiges Ziel ist der Aufstieg in die Bezirksklasse.«

Wehmütiger Blick zurück: In der Saison 2002/03 war's, als die Uracher unter der Regie von Trainer Wolfgang Weiblen ihr Meisterstück in der Landesliga fertigten. Torhüter Oliver Radl, Christoph Lanfermann, Thorsten Kunze, Philipp Lanfermann, Holger Stolz, Wolfram Schwarz, Bastian Köhler und Christian Simader zählten damals zu den Leistungsträgern. Köhler ist noch heute dabei und galt als Spielertrainer-Kandidat. »Er will allerdings noch ein Jahr als Nur-Spieler machen«, sagt Strobel. Und weshalb sind die Uracher von der Verbands- in die Kreisliga A abgestürzt? »Der Verein hat versäumt, einen guten Unterbau hinzustellen. Und dann ist nach und nach Qualität weggebrochen«, urteilt Christoph Lanfermann. (GEA)

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